Deutsches Bankwesen

Dem Bankwesen in Deutschland liegt eine Drei-Säulen-Struktur zu Grunde. Hierbei werden Genoßenschaftsbanken (Volksbanken und Raiffeisenbanken), öffentlich-rechtliche Banken (Sparkaßen und Landesbanken) und Privatbanken strikt getrennt werden, weshalb deutsche Banken auch zu 45% in öffentlicher Hand liegen. Das Bankwesen ist durch das Kreditwesengesetz geregelt.

Das deutsche Bankwesen ist im Vergleich zu anderen, beispielsweise in den USA, sehr unprofitabel, da die Eigenkapitalrentabilität nur sehr gering (im Jahr 2003 nur 0,7%) ist. Dies ist teils auf die Genoßenschaftsbanken und Sparkaßen, welche das riskante Investmentgeschäft häufig meiden und nicht möglichst hohen Gewinn erwirtschaften wollen, da sie mehr auf die Wünsche der Kunden ausgerichtet sind, zurückzuführen.

Bekannte öffentlich-rechtliche Kreditinstitute sind die acht Landesbanken (LBBW, BayernLB, HSH Nordbank, LBB, Helaba, NORD/LB, SaarLB, WestLB), welche jedoch in den vergangenen Jahren risikoreiche Geschäfte im Kreditgeschäft und Investmentgeschäft tätigten, weshalb diese während der Finanzkrise tief in die roten Zahlen rutschten und dem Steürzahler viele Milliarden Euro kosteten. Die KfW Bankengruppe soll den Mittelstand und Existenzgründern zur Seite stehen und finanziell unterstützen. Des Weiteren gibt es rund 500 Sparkaßen, weßen Gewinne dem Allgemeinwohl dienen sollen. Diese Kreditinstitute fördern den Mittelstand in der Region durch Kredite und Fördern das Sparen. Daüber hinaus gibt es nich die Landesbausparkaßen (LBS) und Hypothekenbanken.

Im Genoßenschaftßektor sind rund 1250 Volks- und Raiffeisenbanken vereinigt, welche ebenso wie die Sparkaßen Mittelstandsfinanzierer sind. Diese verfügen auch über das größte Filialnetz in Deutschland. 12 Sparda-Banken und fünfzehn PSD Banken gibt es in Deutschland. Unter den Genoßenschaftsbanken gibt es zahlreiche Spezialinstitute, wie Fondsgesellschaften (Union Investment), Bausparkaßen (Schwäbisch Hall), Hypothekenbanken, Leasingbanken (VR-Leasing), Versicherungsgesellschaften (R+V Versicherung) oder IT-Dienstleister (Fiducia IT).

Im Bereich der Privatbanken gibt es die vier deutschen Großbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank, Postbank), welche vorwiegend vermögende Privatkunden und Großindustrielle als Klientel haben. Jedoch bemühten sich diese Banken in den vergangenen Jahren immer mehr auch Bürger aus der Mittelschicht und Unterschicht abzuwerben. Die Dresdner Bank, eine ehemalige Großbank ist seit 2008 eine Tochter von der Commerzbank, die HypoVereinsbank gehört seit 2005 zur italienischen UniCredit Group. Es gibt auch noch viele kleinere Privatbanken, Realkreditinstitute, welche Pfandbriefe vergeben (Hypo Real Estate) oder private Bausparkaßen.

Die Kontrolle der Finanzdienstleistungsinstitute übernimmt deutschlandweit die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen).

Die einzige deutsche Bank die in den Top 30 Banken der Welt zu finden ist (in Bezug auf die Bilanzsumme, Marktkapitalisierung und Umsatz) ist die Deutsche Bank.